Auf der FluchtVerfasst von revA am 24. März 2010 - 12:54 |
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come on, go go go
Zitat aus dem Comic "Das Erwachen" von Neil Gaiman , letzte Band der "Sandmann" Reihe.
Sandmann 74
Als ich noch ein Kind war,
lebte ich in den Maulbeerwäldern.
Im Sommer färbten die Maulbeerbäume das grüne Gras
mit scharlachrotem Mark.
Vögel in tausend Farben tanzten unter dem Himmel, als ich ein Knabe
war. Sie erhellten den Tag mit vielfältigen Liedern.
"Wir sind, wer wir sein wollen", sang der Distelfink, wenn die Sonne
am höchsten stand.
"Ich träume von Träumen über Träume", sang die Nachtigall
unter dem bleichen Mond.
Die Mädchen in meinem Dorf hatten Lippen wie Pflaumen
und waren weitaus hübscher als andere
Mädchen in anderen Dörfern,
als ich noch jung war.
Nun bin ich? älter geworden und
repektiere den Willen der
Götter.
Vor langer Zeit bestand ich die
Prüfungen und wurde der
Präfekt einer ganzen Provinz.
Ich habe Armeen befehligt,
ich habe zwei Kaiser beraten.
Meine Weisheit stand
ihnen zu Verfügung, und alles
was ich wusste, unterstand
ihrem Befehl.
†
Ich habe Zehntausende an Bar-
geld besessen, eine Frau, einen
Sohn und viele Konkubinen.
Nur der Phönix steigt auf
und fällt nicht; so kommt
es, dass ich nun, auf meine
alten Tage, von Hof und
Familie und allem, was ich
kenne, fortgeschickt
werde ins Exil.
Auf meiner Reise
habe ich viele selt-
same Dinge gesehen.
In den Nan Shan Bergen
wurden wir von Wölfen
angefallen, die von einer
kümmerlichen Kreatur
befehligt wurden, welche
sie König nannten.
Als wir sie töteten,
verließ die anderen
der Mut.
Ich habe geträumt
von den Pflichten
der Kaiser.
Es ist viele Weg-
stunden her, dass ich
zum letzten Mal die
Nachtigall hörte.
Aber ich habe von Träumen über Träume
geträumt.
tough love
Alter Freund, ich schreibe Dir diesen Brief nur im Geiste.
Doch es ist ein wunderbarer Brief in perfekten Pinselstrichen.
Alte Hände zittern und verkrampfen sich nicht wenn
der Brief in die Luft geschrieben wird.
Als mein Sohn geboren wurde,
ordnete der Kaiser ein Feuerwerk an
Es strahlte am Nachthimmel!
wie Sonnenblumen aus Licht.
Nun ist mein Sohn tot und ich bin im Exil.
Die Wüste ist grau. Grauer Sand unter grauen Himmel, und ich sage zu
meinem Führer: "Diese Wüste ist grau", und er ist meiner Meinung.
Er kommt aus einem der Dörfer hier.
Ich frage nach dem Namen der Wüste, doch der Führer antwortet nicht.
Der Name ist ein schlechtes Omen, und schlechte Omen bestimmen nun mein Leben.
Mein Sohn schloss sich den Leuten des Weißen Lotus an.
"Du hast Glück, dass ich Dir Deinen Kopf gelassen habe",
sagte mir der Kaiser.
Und nun bin ich hier, habe Sand im Bart, in Augen und Ohren,
die Gedanken verisckern in Grau und im Sand;
Träume spülen wie die Gischt der See über alles hinweg.
In dem Dorf, in dem ich den Führer anheuerte, traf ich
auf eine kleine Katze, weiß wie ein Blüte.
Sie führte mich in die Felsen beim Dorf
und zeigte mir Ihre Jungen.
"Wenn wir Kätzchen finden töten wir sie",
sagte der Wirt.
"Die Nahrung im Dorf reicht kaum für uns Menschen."
In jener Nacht schlich ich noch einmal
hinaus in die Felsen, obwohl es kalt war,
und ich steckte mir das kleinste
Kätzchen in den Ärmel.
Wir haben kaum genug Wasser
für uns selbst auf dieser Reise
durch die Wüste.
Nur ein Narr würde ein
Kätzchen mitnehmen.
Dreimal hat es mich
heute mit seinen
Krallen verletzt.
Die winzigen Augen sind
von einem trüben blau.
Wenn wir halten, um uns zu erleichtern,
leistet das Kätzchen uns Gesellchaft.
Ich hoffe es wird bis zur Ankunft in der Stadt
Wei jenseits der Wüste überleben.
In Wei werde ich die mir verlbeibenden
Jahre verbringen.
Sacht, ganz sacht rutscht die Wüste,
wie das Meer gegean das Geröll
am Strand plätschert.
...........