Heute hatte ich einen Vogel...

Ich Dämel hatte heute mein Fahrradschloss vergessen...So düste ich mittags nach Heim, um eben kurz dieses zu holen. Zu Hause reingeommen, wollte ich in die Küche...Tschilp...Hm????...wieder Tschilp. Irgendwie hörte sich dies viel zu laut an und hatte einen Hall der für draußen eher ungewöhnlich ist. Ich guckte ins Bad...meine Krimskramssammlung auf dem Fensterbrett war durcheinander gebracht, aber kein Täter zu sehen. Tschilp...im Schlafzimmer!!! dachte ich und betrat vorsichtig meine heiligen Schlummerhallen und guckte, ähnlich wie bei einem Suchbild "Was gehört hier nicht hin". Und da, da war ein unbewegliches Federkneul, was nicht  Bestandteil meiner Raumdeko war, bis jetzt. Der garnicht so kleine getupfte Piepmatz saß lässig auf einem Glas unter ner Pflanze, drehte den Kopf, um zu gucken, was denn da für ein Ding kommt - Tschilp...

 

Ein Plan musste her, denn dieser Zweibeiner hatte sich wohl nicht ganz freiwillig eingemietet...Ich verlagerte erstmal meinen Fensterbankwald eine Ebene tiefer. Der wirklich sehr gelassene Besucher beobachtete dieses leicht misstrauisch, um dann doch erstmal einen Rundflug zu starten-Deckung, flatter. Es war eben doch noch ein trotteliges Jungtier, was dann eine nicht ganz so perfekte Landung in einer Ecke hinbekam. Mittlerweile konnte ich endlich die Fenster öffnen und versuchte, dem netten Wesen zu erklären, was nun zu tun sei...Tschilp, tschilp. Ich bot ihm einen Handschuh an, was zu einem erneuten Rundflug führte mit ja jajajajaja Richtung Fenster. Geht doch!!! fast. Die Landung erfolgte AUF dem offenen Fensterrahmen, der wohl ein sehr angenehmer Sitzplatz war, mit doller Aussicht.

Da saß er nun, in seiner jugendlichen Gelassenheit und guckte hier und da. Ich stand direkt unter ihm, etwas ratlos und bemerkte nur, wie er anfing zu drücken...platsch...Scheiße war das Resultat, was mich in hektisches Tun versetzte, um ein solches Maleur auf meinem Kissenlager zu verhindern. Kram weg, Plane drauf...Den Piepmatz ließ das alles unbeeindruckt...er guckte hier und da, machte es sich so richtig schön bequem, so dass ich kurz davor war, ihm noch einen Keks anzureichen. Tschilp...Ich redete und Pfiff und gestikulierte....jaja, is schön hier Tschilp. So holte ich einen alten Schrubber zu Hilfe und bot ihn als neues Sitzmöbel an...nö....mit ein bissi Bedrängung, wechselte das Piepknäul dann doch und fand auch dies äußerst bequem. Denn als ich versuchte den Besen aus dem Fenster zu halten, freute sich der Kleine, weil das so schön schwankte, wie ein echter Ast eben und saß draußen, auf meinem Besen und betrachtete die Welt und saß und saß...nachbarliche Frauen guckten irritiert und stellten wohl meine Kompetenz im Putzen in Frage...langsam wurde es schwer...Und dann guckte das Federding nochmal...Tschilp und flatterte davon....zum nächsten Fenster beim Nachbarhaus, um hier vielleicht auchmal reinzuschauen....

 

Nachtrag: Dank rhöner Rat, war es wohl ein Drosselflatter. Singdrossel oder Wachholderdrossel, kannich jetzt aber nich genau sagen. Bin halt kein Vogelologe.


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Piepmatz

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Großartige Geschichte :-) Und schön, dass ne Knipse zur Hand war für die visuelle Sensation.

Ihm scheint´s ja gefallen zuhaben, also gibts vielleicht bald Teil 2...

Teil 2

So gesehen war das schon Teil 2 der ratzschen Vogelhomestories. Der erste Teil war nicht so drollig. Das war (glaube ich) vor zwei (oder doch schon drei?) Sommern. Ich kam nach einem Wochenende nach Hause, legte mich des nächtens ins Bett und war zunächst nur leicht irritiert von einem merkwürdigem Geruch - nun gut, vielleicht eben einfach eine Nasenirritation. Die folgenden Nächte wurde es  aber nicht weniger, der süßliche Geruch entwickelte sich immer deutlicher und erreichte erfolgreich die nächste Stufe - zum amtlichen Gestank. Ich besann mich an eine vor wenigen Wochenenden geschehene Speiaktion (ich sage nur, nachts - Busfahrt - Gruppenaktion Dortmund - Du warst da auch bei, meine ich) aus meinem Bett in einen bereitstehenden Eimer und dachte nun, dass da wohl doch was danebengegangen ist. So begab ich mich auf Knie, um den Geruchsherd ausfindig zu machen, oder eher ihn zunächst eventuell mit meinem Staubsauger zu beseitigen (mit trockener Speiware müßte das ja gehen). Aber da war dann was...ein Klumpen irgendwas...Socken???? Ich nahm den zukünftigen Vogelsitzschrubber, um das etwas unter dem Bett hervorzuholen. Keine Socken kamen zum Vorschein, sondern eine ehemalige kleine Meise über der ich dann eine Woche geschlafen hatte...smells like dream spirit quasi...Dieses vergangene feine  Wochenende in Abwensendheit habe ich auch daher übrigends meine Fenster zu gemacht, smellt zwar auch nich sooo doll, aber is wenigstens leichenfrei : )

:o)

welch wunderbare Geschichte!